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Schädliche Wirkung von Dauerstress

Bereits vor 10 Jahren wies Prof. Dr. Joachim Bauer in seinem Buch „Gedächtnis des Körpers“ auf die Wirkung des Stresshormons Cortisol auf die kindliche Entwicklung (Aufmerksamkeit, Konzentration, Selbstkontrolle) hin, und zeigte auf, wie die Stressverarbeitung im Kindesalter konditioniert wird, bis in die körperliche Hormonproduktion.

Eine neue Studie zur Wirkung des Cortisols auf den kindlichen Körper wurde im September 2014 veröffentlicht. Zwar ist die Wirkung des Cortisols als Medikament gegen Entzündungen gut untersucht, nicht aber die des körpereigenen Hormons. Die untersuchten Kinder waren alle gesund und ihr Cortisol-Spiegel war im normalen physiologischen Rahmen.

Ergebnis: Cortisol schädigt den kindlichen Knochen

“ … Je mehr Cortisol und Cortisol-Umbauprodukte sie im Urin fanden, desto fragiler war im Schnitt der Unterarm-Knochen. Dabei betonen die Wissenschaftler, dass die Kinder an keinerlei Mangelerscheinungen oder anderen Krankheiten litten: „Die Mädchen und Jungen waren völlig gesund und weder zu dünn noch zu dick“, erläutert Studienleiter Remer. „Die im Urin gemessenen Cortisol-Mengen waren zwar bei manchen Teilnehmern höher als bei anderen, sie waren aber immer im normalen physiologischen Rahmen. Dennoch fanden wir bereits bei diesen natürlichen Schwankungen einen deutlichen Effekt.“  … alles lesen bei Scinexx

Eine weitere, überraschende, Studie wollte den Zusammenhang von Cortisol und Alzheimer im Alter herausfinden. Wer mit jahrelangem Dauerstress lebt hat einen dauerhaft hohen Cortisolspiegel, und dies führt zur Zerstörung von Gehirnzellen, vor allem im Hippocampus (Gedächtnisbildner). „Stress stört das bewusste, zielgerichtete Lernen, das vom Hippocampus abhängt“

Ein Bericht in der ZEIT von 2012:

„… Stress bedeutet, dass sich der Körper auf eine akute Gefahrensituation einstellt. Im Körper werden Adrenalin, Noradrenalin und Corticoide ausgeschüttet, Herzfrequenz und die Durchblutung steigen, Glukose wird freigesetzt, die Magendarmtätigkeit eingeschränkt und die Blutgerinnung beschleunigt. Auch das Immunsystem fährt etwas herunter, um Energie zu sparen. Der Körper ist auf Aktivität, eine Flucht- oder Kampfsituation vorbereitet. Nur erfolgt diese in der modernen Arbeitswelt zumeist nicht.

Stresshormone greifen Nervenzellen an

Das Cortisol greift dann wichtige Gehirnzellen an. Die Stresshormone führen langfristig sogar zu physiologischen und anatomischen Veränderungen im Hirn. Vor allem im Hippocampus, einer Region im Hirn, die Teil des limbischen Systems ist, vor allen an der Gedächtnisbildung beteiligt und für das Kurzzeitgedächtnis und Konzentrationsfähigkeit verantwortlich ist. In dieser Hirnregion werden außerdem wichtige und unwichtige Sinneswahrnehmungen gefiltert. Kommt es hier zu einer Störung, hat das Auswirkungen. Gestresste werden vergesslich, wirken zertreut oder unruhig. Ein Tunnelblick entsteht – die Wahrnehmung ist eingeschränkt und nur auf die Stresssituation fokussiert. alles lesen bei ZEIT-Online

Ein interessanten Bogen wird damit geschlagen: von der Kindheit bis zum Alter, und wie sich das Einüben bestimmten Verhaltens bis in die Gesundheit im letzten Lebensabschnitt auswirkt. Was für eine Verantwortung erwächst aus dieser Erkenntnis!