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Bewegung macht klug
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Das Orchester der Sinne

Rapsbad
Jeder Sinn nimmt die Welt in seiner spezifischen Qualität wahr. Alle zusammen genommen ergeben erst ein Gesamtbild der Welt.

Für jede Handlung müssen mindestens zwei Sinne kooperieren:

  • eine Tastempfindung kann zum Beispiel nur dann identifiziert werden, wenn eine Bewegung stattfindet,
  • eine Zeile lesen ist nur möglich, wenn sich die Augen oder der Kopf oder der Rumpf bewegen,
  • erfolgreich balancieren erfordert eine Feinabstimmung von Bewegungssinn, Tastsinn,  Gleichgewichtssinn und Sehsinn.

In der Tabelle sind die wichtigsten Sinne, ihre spezifische Wahrnehmung und die Zusammenarbeit zusammengestellt.

Sinnessystem Wahrgenommen werden:
Zusammenarbeit mit: Verarbeitung zu den Leistungen:
Sehen Farben, Licht, Kontrast, Bewegung Tastsinn, Bewegungssinn, Gleichgewichtssinn Formen, Raum-Lage, räumliche Beziehungen, Distanzen, Unterschiede und Konstanzen, Horizontale und Vertikale, Winkel
Hören Schallwellen Tastsinn, Bewegungssinn, Sehsinn Ohne Bewegung gibt es nichts zu hören!Melodien, Sprache, Zuordnung und Differenzierung der Geräusche und Klänge
Bewegungssinn Gelenkstellung, Muskelspannung, Bewegungsrichtung Gleichgewichtssinn, Tastsinn, Sehsinn  Bewegungsgestalt (Formen, dreidimensional), Richtungen, Distanzen, Bewegung überhaupt (bewege ich etwas oder nicht), Bewegungsvorstellung und -planung
Tasten

ARTE-Film zum Tastsinn)

Lokalisation, Bewegung, Druck  Bewegungssinn  Zusammen mit dem Bewegungssinn kann der Tastsinn Oberflächen und Materialien erkennen und unterscheiden, Körper dreidimensional erfassen und messen, den erforderlichen Kraftaufwand an den Bewegungssinn mitteilen (um z.B. nicht abzurutschen), Gewichtserkennung und -unterscheidung zusammen mit dem Bewegungssinn (Bereich Kraftsinn). Der Tastsinn ist elementar für die Grenzziehung Ich – Welt, Innen – Außen.
Gleichgewichtssinn Lageveränderung des Körpers in Bezug zur Horizontale und Vertikale und in Bezug zum Kopf, Lageveränderung des Kopfes in Bezug zum Körper, Beschleunigung  Bewegungssinn, Tastsinn  Bezugssystem für den eigenen Körper zum Raum, Richtung und Raum-Lage (links-rechts, oben-unten, hinten-vorne). Der Gleichgewichtssinn ist in jedem Muskel vorhanden und löst die Stellungsreaktionen aus (zur Gegenreaktion bei Gleichgewichtsverlust). Er bildet mit den beiden Blickachsen die horizontale Bezugslinie, mit der Aufrichtung und dem freien Laufen die vertikale Bezugslinie.