Ergotherapie – was ist das?

Sie sind zufällig hier, haben noch nie von dieser Therapieform gehört und wollen jetzt wissen, was Ergotherapie ist?handtherapie-105-31

Handeln

Ergotherapie beschäftigt sich mit der Handlungsfähigkeit – die  krankheits- oder entwicklungsbedingt eingeschränkt sein kann. Sei es wegen einer Lähmung (z.B. wegen eines Schlaganfalls), einer längeren Ruhestellung (z.B. nach einem Knochenbruch, Sehnenriß o.ä.) oder wegen einer rheumatischen, arthritischen Erkrankung. (Näheres dazu unter Rehabilitation)

Auch Kinder erhalten Ergotherapie. Wahrnehmungsstörungen oder auffällige Entwicklungsrückstände in der Bewegung sind der häufigste Grund. (Näheres dazu unter Kinder)

Ein ergotherapeutisches Mittel ist stets ein Medium, das eine bestimmte Handlung erforderlich macht.

AusbildungGesetzliche GrundlageTherapiebereiche
paragraphenzeichen

Link zum ErgThAPrV

Ergotherapeuten werden an staatlichen oder privaten Ergotherapieschulen nach dem Ergotherapeutengesetz ausgebildet, und legen nach drei Jahren theoretischer und praktischer Ausbildung ein Examen vor dem Staat ab. Somit sind sie staatlich anerkannte Ergotherapeuten. Die erforderliche Zulassung bei den gesetzlichen Krankenkassen erhält die Praxis oder Institution, in der sie tätig sind, wenn diese, so wie die Praxis Ergo In-Vivo, den Zulassungsbedingungen entsprechen.

Bezugswissenschaften

Gemäß der Gliederung menschlichen Lebens in körperliche, biologische, funktionelle, soziale, psychische und kognitive Aspekte, werden Ergotherapeuten umfassend ausgebildet in Medizin, Sozialwissenschaften, Psychologie und Pädagogik, sowie den ergotherapeutischen Mitteln Handwerk, Gestaltung, neurophysiologische, neuropsychologische, psychisch-funktionelle und motorisch-funktionelle Behandlungsverfahren.

Ergotherapie ist ein schulmedizinisches Heilmittel, das von allen Krankenkassen als solches anerkannt ist.thumb_141

Seit 2004 gilt der Heilmittelkatalog, der das derzeitige Spektrum der Ergotherapie in der Sozialversicherung darstellt. Demnach sind im ambulanten Bereich in großem Umfang die Gesetzlichen Krankenversicherungen die Kostenträger, aber auch die Rentenversicherungs-, und Unfallversicherungsträger (Berufsgenossenschaften) sowie die Privaten Krankenversicherungen.

Ergotherapeuten ohne Heilpraktikerprüfung dürfen ihre Leistungen privat anbieten, sofern keine medizinische Diagnose vorliegt, bzw. eine „ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung“ vorliegt.

Darüberhinaus ist es möglich, präventiv zu arbeiten – beispielsweise bei Kindern (zur Abklärung ihres Entwicklungsstandes).

Eine Spezialisierung erfolgt nach der Ausbildung mit entsprechenden Fortbildungen. Ergotherapeuten arbeiten in freien Praxen, in Krankenhäusern, Altenheimen und anderen Institutionen, in den unterschiedlichsten Bereichen:

  • Kinder
  • Psychiatrie
  • Geriatrie
  • Arbeitstherapie
  • Neurologie
  • Orthopädie