TherapiekofferAnwendung findet dieses Konzept nach Prof. Perfetti in der neurologischen und orthopädischen Rehabilitation. Sie setzt am kognitiven Anteil der Bewegungsorganisation an.

Eine Bewegung ist das Ergebnis einer ganzen Kette von Ereignissen: Handlungsabsicht – Bewegungsplanung – Bewegungsausführung – Vergleich Plan-Realität – Bewegungsanpassung.

Nach einer Schädigung organisiert sich das Gehirn neu – mit gezielter Therapie kann die Reorganisation geordnet und physiologisch richtig erfolgen.

Kern der Therapie ist die therapeutische Übung als Problemstellung für den Patienten. Gelöst werden kann das Problem nur, wenn die dazu erforderlichen Wahrnehmungen aktiviert werden. Meist kam es nach der Schädigung zur Veränderung oder zur Reduktion der Bewegung – sei es um Schmerz zu vermeiden, Kraft- oder Empfindungsmangel zu kompensieren oder um überhaupt bewegen zu können. Je länger dieser „Ersatz“ benutzt wird, desto mehr Vernetzungen wird das Gehirn herstellen („Daten-Autobahn“).

Wahrnehmung und Bewegung bedingen sich gegenseitig

Prinzipiell gilt es, geschädigte Bewegungssegmente wieder in die gesamte Körpergeographie zu integrieren. Dies kann gelingen, wenn die Aufmerksamkeit auf die Empfindungen der Gelenkstellung, der Beschaffenheit der Muskelspannung, ungewollte Mitbewegungen, sowie auf die körperliche Antwort auf verschiedene Gewichte, Oberflächen, Druckqualitäten und  gelenkt wird.

Das therapeutisch Wirksame und Führende ist die Sprache und die zu erarbeitende Vorstellung von Bewegungen und ihrer Empfindung. Die wesentliche Aufgabe des Therapeuten in dem Reorganisationsprozess besteht in der richtigen Auswahl der Übungen, der Fokussierung auf die betroffene Wahrnehmungsmodalität und die entsprechende Fragestellung. Eine Hand organisiert sich eben anders wenn nach der Oberfläche eines Objektes gefragt wird, oder nach dem Gewicht, der Länge, der Breite, der Höhe oder der Temperatur.

Schmerz

Meist ist die motorische und sensorische Vorstellung im betroffenen Körperteil verändert, was wiederum zur Beibehaltung einer unphysiologischen Bewegung führt. Dies trifft auch beim Schmerz zu. Selbst wenn die Schädigung behoben ist, kann der Schmerz aufrechterhalten bleiben, was zu einem Teufelskreis führen muß. So hat sich in den vergangenen Jahren ein völlig neues Verständnis von Schmerz entwickelt (siehe „Schmerzen verstehen„, das von der noigroup in Australien herausgebracht wurde). Die Veränderungen im Gehirn aufgrund einer veränderten Wahrnehmung eines Körperteiles sind in den Fokus der Forschung genommen worden, was eine Erweiterung der therapeutischen Intervention vom rein motorisch-funktionellen Behandlungsansatz hin zu sensomotorischer (neurokognitiver) Behandlung ermöglicht.

 

Therapie-Beschreibung einer Patientin:
Eine Patientin (Erkrankung: Multiple Sklerose), die regelmäßig nach Santorso in die „Perfetti-Klinik“ fährt, hat ihre Therapie-Erfahrungen so zusammengefaßt:
Die intelligente Anwendung des jüngsten Wissens über die Funktion des Gehirns auf einem hohen Humanitätslevel
  • In der Perfetti-Therapie habe ich erfahren, daß die gelähmten Körperpartien nicht von außen motorisch oder reflexartig etc. bewegt werden, sondern die verloren gegangenen Bewegungen werden dank der subtilen und feinfühligen Arbeit des Perfetti-Therapeuten aus mir selbst von innen heraus in kleinen aber anhaltenden Schritten ermöglicht.
  • Die Perfetti-Therapie hat mich vom Gefühl der Machtlosigkeit befreit, da mir in dieser Therapie das Instrument gezeigt wurde, mit dem ich im Alltag an mir „arbeiten“ kann.
  • Allein die Aussicht auf mögliche Verbesserung hat bei mir eine Veränderung des Denkens und des Fühlens in Gang gesetzt. Eine innere Kraft ist bei mir mobilisiert worden, diese ist durch die Erfolge gewachsen. Mit der Diagnose einer unheilbaren Erkrnakung bewirkte eine solche Aussicht eine Zuversicht, die mein Leben vollkommen verändert hat: es gleicht dem Beginn eines neuen Lebens.
  • Die Therapie geht an die Wurzel der Ursache, arbeitet zwar in kleinen aber wirkungsvollen Schritten, braucht viel Zeit jedoch mit anhaltenden und dauerhaften Erfolgen. Bedingung: Ich muß selbst darin „aktiv“ sein, aber nicht nach dem klassischen Training, das uns von allen Seiten empfohlen wird und an welchem ich selbst so gerne geglaubt hatte. Die Perfetti-Therapie setzt an den eigenen geistigen Ressourcen an – nutzt das Wunderwerk Gehirn, um „gesund“ zu werden; es ist auch ein Stück harter aber wunderschöner Arbeit mit dem eigenen Körper
  • Perfetti ist der Weg zur „Genesung“ in kleinen aber bewußten Schritten; diese Therapie hat mich in die Lage versetzt, die Verantwortung für mich und meinem Leben mit der Erkrankung zu übernehmen, um so aus dieser Erkrankung herauszuwachsen.
  • Ich wurde schrittweise mit Hilfe der Perfetti-Übungen für das Erspüren des eigenen Körpers sensibilisiert und geschult. Diese nützen das Gesunde in mir und setzen so den Prozess zu meiner Gesundung in Gang (Sowohl der Kranke als auch sein Umfeld blenden oft aus, daß der Kranke auch zum Teil gesund ist und nicht 100% krank).
  • Diese individuelle und bewußte Körperarbeit in welcher der Intellekt und die Emotionen unweigerlich hineinfließen, hat mir eine Unabhängigkeit geschenkt, die ich durch die Erkrankung für immer verloren geglaubt hatte.
  • Die positiven und erfolgreichen Erfahrungen während der Übungen haben die Hoffnung auf Verbesserung in Gewissheit umgewandelt.

Perfetti ist bewußte Körperarbeit mit Herz und Verstand!


Der Verein für Cognitive Rehabilitation hat einen Patientenflyer entworfen, den Sie in meiner Praxis erhalten, oder zum selber Ausdrucken hier downloaden können.

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