Nach Hirnschädigungen kann es zu einer Veränderung beim Raumsinn (Raumwahrnehmung und -vorstellung) kommen. Meist ist dies nach Läsionen in der rechten Hemisphäre der Fall.

Die räumlichen Fähigkeiten hängen zusammen mit der Verarbeitung von Seh-Eindrücken und synchron flüssigen Augenbewegungen, der subjektiven Mitte-Empfindung, der Tiefenwahrnehmung. Die höheren kognitiven Strukturen, ihre Verbindungen und Assoziationen, der Gleichgewichtssinn und das Gedächtnis sind notwendig, um die räumlichen Beziehungen von Objekten untereinander und zu mir als Bezugspunkt zu erkennen, zu benennen und zu einer Raumgestalt zu machen. Das Elementarste dabei ist die Fähigkeit der rechten Hirnhemisphäre, einen logischen Zusammenhang zu finden, während die linke Hemisphäre zur Raumanalyse gebraucht wird. Das Zusammenspiel beider erst verschafft uns ein Raumgefühl, eine Raumvorstellung und eine angepaßte Bewegung.

Häufig zu beobachten ist auch eine unkorrekte, diffuse sprachliche Richtungs-/Lagezuordnung: wenn „links“ als Wort nicht spontan und richtig abrufbar ist, dann ist auch die Raumesrichtung nicht eindeutig. Das weist auf einen Zusammenhang zwischen Körperraum-Orientierung und Orientierung im äußeren, umgebenden Raum hin.

Zu unterscheiden sind vier räumliche Bereiche:

perzeptivkonstruktivkognitivtopographisch

Hierzu gehören Fähigkeiten wie Längen- und Distanzschätzung (Ausdehnung von Objekten und Raum zwischen Objekten), Orientierungs- und Neigungswinkelschätzung, Hauptraumachsen (vertikal und horizontal) und die relative und absolute Positionsbestimmung.

Die räumlich-konstruktiven Fähigkeiten setzen räumlich-perzeptive und räumlich-kognitive Leistungen voraus. Geht es hierbei doch um das Zusammenfügen von verschiedenen Elementen zu einem Ganzen. Erst wenn Längen, Distanzen, Winkel, Größen und räumliche Beziehungen „gesehen“ und differenziert, kategorisiert und verglichen werden können, ist es möglich, aus den Einzelheiten ein sinnvolles Ganzes zu machen – Beispiel: Zifferblatt der Uhr.

Geht über die Wahrnehmung hinaus, erfordert kognitive Operationen im Raum:
Mentales Rotieren, Spiegeln, Maßstabstransformationen

„Navigationsstörungen im vorgestellten oder realen dreidimensionalen Raum
Klare Unterscheidung von anderen räumlichen Störungen!
Vertrautheitsverlust in bekannter Umgebung, erkennen wichtige Landmarken für die Orientierung nicht mehr, verirren sich. Bei Dämmerung, in großen Gebäuden oder Tiefgeschossen oder bei veränderten Perspektiven verstärkt
Keine Vorstellung über den räumlichen Zusammenhang einzelner Orte“ (Zitat aus dem Buch „Visuelle Wahrnehmungsstörungen

Neurotraining nach Verena SchweizerVerena Schweizer Therapiematerial2

Das Therapiekonzept des „Neurotrainings“ zielt vornehmlich auf Probleme im räumlichen Wahrnehmungs- und Gedächtnisbereich. Hinzu kommt die sprachliche Zuordnung und das Erlernen von Lösungsstrategien.

Umfangreiches Material steht zur Verfügung: das Bild rechts zeigt die Therapiesequenz „Labyrinth“, bei dem beispielsweise die räumliche Zuordnung zu bestimmten Koordinaten geübt wird, die räumliche Vorstellung und das topographische Gedächtnis. Bei den meisten Übungen geht es um Pläne, die nachgebaut, nachgezeichnet oder nach mündlicher/schriftlicher Anweisung konstruiert werden, oder es wird die Rechts-Links-Sicherheit geübt, aber auch sprachliche Wort-Bild-Zuordnungen und -gedächtnisfähigkeiten.

In der Praxis sind alle dafür notwendigen Therapiemittel vorhanden.

Therapiesoftware RehaCom

Über das Internet ist es möglich, eine computergestützte Kognitive Therapie am heimischen Computer durchzuführen. Die Praxis richtet den Platz ein, wählt die Übungen aus und wertet die Ergebnisse aus.

Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage der Firma Hasomed, die das Konzept entwickelt hat.

Therapiesoftware CogPack

CogPack ist eine stationäre Therapiesoftware auf dem Praxis-Computer, die es aber auch als Patientenversion gibt. Nähere Infos hier >>>